Read Maximilian I.: Herrscher und Mensch einer Zeitenwende (Urban-Taschenbücher, Band 442) by Manfred Hollegger Online

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Die Heirat Maximilians mit Maria von Burgund 1477 , die weitgehende Behauptung des burgundischen Erbes gegen ber Frankreich, die Wahl Maximilians zum R mischen K nig 1486 und die spanisch habsburgische sowie die habsburgisch ungarische Doppelhochzeit 1496 97 bzw 1515 , welche den Grundstein f r das Reich Karls V bzw f r die Donaumonarchie legten, brachten die Habsburger nach den R ckschl gen im 14 und 15 Jahrhundert wieder zur ck auf die politische B hne Europas und leiteten das Jahrhundert des Hauses sterreich ein Wie Maximilian als Herrscher und Mensch diesen Weg ging, welche Mittel er daf r einsetzte und welche Ziele er dabei verfolgte, ist von den Historikern durchaus kontrovers beurteilt worden Die facettenreiche Politik und Pers nlichkeit Maximilians nachzuzeichnen, in der sich auch vielfach die Br che des bergangs vom Mittelalter zur Neuzeit spiegeln, ist spannender Gegenstand dieses Buches....

Title : Maximilian I.: Herrscher und Mensch einer Zeitenwende (Urban-Taschenbücher, Band 442)
Author :
Rating :
ISBN : 3170155571
ISBN13 : 978-3170155572
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Kohlhammer W., GmbH 22 September 2005
Number of Pages : 322 Seiten
File Size : 583 KB
Status : Available For Download
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Maximilian I.: Herrscher und Mensch einer Zeitenwende (Urban-Taschenbücher, Band 442) Reviews

  • Brigittte Noisser
    2019-04-09 00:30

    Fundierte Biographie eines gründlichen Historikers. Man erfährt im Detail die politischenEreignisse aus der Zeit Maximilians und deren Hintergründe. Das Privatleben desKaisers ist eher dilatorisch behandelt, vermutlich weil die erste Ehe als Romanzehinlänglich bekannt ist und zu dieser Zeit im allgemeinen aus zwei Gründen geheiratetwurde: Geldbesitz, Landbesitz und Ausdehnung des Machtbereichs.Nichts für Schnell- und Genußleser - dies ist ein Lehrbuch - im besten Sinne!

  • Risiko  Lektor
    2019-04-24 22:15

    Das Buch ist voller Details und schwieriger Deutscher Sprache mit langen, langen Sätzen, die man dann auch nicht versteht. Der historische Verlauf ist nicht linear erzählt sondern Episoden weise angelehnt an die vielen Kriegsunternehmungen Maximilians. Die langen Sätze werden noch optisch verstärkt durch das kleine Buchformat, sodass die Lektüre eigentlich eine Qual war.Der alte Schiller hätte das bestimmt besser gemacht.

  • Letsid
    2019-03-29 04:29

    Es ist schwierig, diese Biographie angemessen zu bewerten, da sie auf Zeitlosigkeit und Seriösität setzt - beides hohe Qualitäten, die aber im 21. Jahrhundert nicht mehr gültig sein dürften. Zumindest hat es den Anschein, dass inzwischen nur mehr der Unterhaltungswert und der Zeitgeist als Maßstäbe eingefordert werden, und gerade in dieser Hinsicht ist dieses Buch allerdings voller "Mängel", die sich am aktuellen Buchmarkt des 21. Jahrhunderts besonders nachteilig auswirken dürften. So wird auf das Reißerische, Oberflächliche oder Peinliche völlig verzichtet, Maximilians Liebesleben steht nicht im Mittelpunkt oder ist das Hauptthema, auch das zurzeit beliebte "Habsburger-Bashing" ist hier nicht vorhanden.Bei der Biographie handelt sich um eines jener Bücher, die aufgrund ihrer Sachlichkeit als Grundlektüre und Nachschlagewerk sehr empfehlenswert sind. Die Ergebnisse, die einer seriösen Quellenbasis aufbauen und eine wohltuende Sachlichkeit vermitteln, dürften im Wesentlichen zeitlose Gültigkeit haben. Es ist anzunehmen, dass sie auch bei neuen Forschungsergebnissen ihre Gültigkeit, zumindest als Grundbasis behalten werden, auf der weitere Forschungen aufbauen können. Das Buch selbst ist ohnehin bereits eine Weiterführung des Maximilian-Biographen Wiesflecker aus dem 20. Jahrhundert (Manfred Hollegger ist wohl nicht zufällig auch einer von dessen Schülern).Die Biographie ist:- Ein ideales Buch für Menschen, die sich tatsächlich mit dem wissenschaftlichen Forschungsergebnissen beschäftigen möchten (also z. B. eine ideale Grundlage für Autoren/innen, die den Ehrgeiz haben, Unterhaltungsromane schreiben, die tatsächlich auf historischen Fakten fundiert sind oder Hobbyforscher/innen, die sich wirklich mit Maximilian I. und seiner Zeit beschäftigen wollen, und das nicht nur behaupten.)- Auch ein ideales Buch für Menschen, die sich mit Maximilian I. und seiner Zeit beschäftigen müssen, so z. B. Studenten/innen, Schüler/innen oder seriöse Berufswissenschaftler/innen und Forscher/innen.Aus diesem Grund erhält das Buch von mir auch 5 Sterne, da es sämtliche Anforderungen, die ich an ein wissenschaftlich fundiertes, seriöses Fachbuch stelle, vorbildlich erfüllt.Eine Warnung jedoch:Das Buch ist sicher kein Buch für Ottilie Normalverbraucherin und Otto Normalverbraucher, also Menschen, die vor allem leichte Unterhaltung suchen. Sie werden sich mit diesem Buch sicher langweilen. (Das aber mindert keineswegs seinen tatsächlichen Wert.)

  • I.C.
    2019-04-11 02:43

    Die deutschen Könige und Kaiser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit sind - von wenigen Ausnahmen wie Karl V. abgesehen - im historischen Bewusstsein der Deutschen kaum präsent. Das gilt selbst für eine so faszinierende Figur wie Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Maximilian war ein Herrscher von europäischem Format, aber heute weckt er außerhalb Österreichs kaum noch Interesse. Seit langem wird die Maximilian-Forschung von österreichischen Historikern dominiert. Hermann Wiesflecker veröffentlichte zwischen 1971 und 1986 eine monumentale fünfbändige Biographie des Kaisers. Eine einbändige Kurzfassung, gedacht für einen breiten nichtakademischen Leserkreis, erschien 1991. Die vorliegende Biographie stammt aus der Feder des Wiesflecker-Schülers Manfred Hollegger. Wie alle Urban-Taschenbücher aus dem Hause Kohlhammer richtet sie sich an Studierende und Fachleute, weniger an historisch interessierte Laien. Hollegger hat ein "typisches" Kohlhammer-Buch geschrieben: Die Biographie ist inhaltlich solide, darstellerisch aber spröde und reizlos. Autor und Verlag haben sich keine Mühe gegeben, dem Text eine ansprechende Gestalt zu verleihen. Hollegger gehört leider zu jenen deutschsprachigen Historikern, die ihre Leser mit endlosen Bandwurm- und Schachtelsätzen quälen. Überall im Buch finden sich ausufernde Satzungetüme, die in Extremfällen bis zu 165 Wörter umfassen (für einige besonders schlimme Beispiele siehe S. 39, 198, 205, 214). Es kann kein Zufall sein, dass diese Rezension die erste Kundenrezension zu Holleggers Buch ist, das immerhin schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt ist. Holleggers Buch teilt das Schicksal vieler Kohlhammer-Bände: Sie finden kaum Leser und Beachtung. Der Verlag scheint sich daran nicht zu stören.Für Historiker ist es eine große Herausforderung, eine Biographie Maximilians I. zu schreiben. Der König und Kaiser war auf drei Ebenen tätig, in Österreich, im Deutschen Reich und in Europa. Daraus resultiert eine beträchtliche Komplexität des Stoffes, die auf den Historiker entmutigend und auf den Leser verwirrend wirken kann. Soll man Maximilians Leben und Herrschaft chronologisch schildern und analysieren, oder soll man eher thematisch vorgehen? Hollegger hat seiner Darstellung eine chronologische Grundstruktur gegeben, wechselt aber, wenn es notwendig ist, zwischen den Ereignissträngen bzw. Ebenen, auf denen Maximilian agierte. Er hat den Stoff so geordnet, dass der Leser den Überblick behalten kann. Das ist eine respektable Leistung. Maximilian war ein "hyperaktiver" Herrscher. Er führte nahezu pausenlos Krieg, unternahm ausgedehnte Reisen, führte unzählige Reichstage durch und pflegte diplomatische Kontakte zu allen wichtigen Fürsten Europas. Sein Leben war reich an Dramatik, an spektakulären Erfolgen und demütigenden Niederlagen. Durchdrungen vom Glauben an die Auserwähltheit des Hauses Habsburg, betrieb Maximilian eine weit ausgreifende Machtpolitik, die ganz Europa umspannte. Der Kontrast zwischen hochfliegenden Plänen und begrenzten Ressourcen bot schon den Zeitgenossen Anlass für Häme und Spott. Viele seiner insgesamt 27 (!) Kriege und Feldzüge musste Maximilian vorzeitig abbrechen, weil ihm das Geld ausging. Unter den Monarchen, Päpsten und Diplomaten seiner Zeit genoss er wenig Ansehen. Seine Begabung als Politiker und Heerführer wurde gering eingeschätzt; er galt als unzuverlässiger Verbündeter und wirklichkeitsfremder Phantast, der unrealistische Pläne verfolgte. Auch viele Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts waren Maximilian nicht wohlgesonnen.Ähnlich wie sein Lehrer Wiesflecker bemüht sich Hollegger um eine differenzierte und ausgewogene Beurteilung Maximilians. Er attestiert dem Kaiser ein achtbares politisches Talent, betont Maximilians Offenheit für Neuerungen und Reformen, würdigt seine Aufgeschlossenheit für den Humanismus. Maximilian war so widersprüchlich wie die Umbruchs- und Übergangszeit, in der er lebte. Er begeisterte sich für die Ritterromantik des Mittelalters, war aber auch empfänglich für die aus Italien kommende Renaissance. Doch wie steht es um Maximilians politische Bilanz? Mit seiner Reichspolitik scheiterte der Kaiser. Daran lässt auch Hollegger keine Zweifel. Maximilians Pläne, die Zentralgewalt im Deutschen Reich zu stärken, ließen sich nicht umsetzen, denn sie widersprachen einem historischen Entwicklungsstand, der sich längst nicht mehr rückgängig machen ließ. Die Zeit eines starken König- und Kaisertums war ein für allemal vorbei. "Für die Dynastie Habsburg hat Maximilian Entscheidendes geleistet", stellt Hollegger fest (S. 269). In der Tat: Unter Maximilian begann der Aufstieg der Habsburger zur führenden Dynastie Europas. Durch seine Ehe mit Maria, der Tochter Karls des Kühnen von Burgund, sicherte Maximilian seinem Haus das burgundisch-niederländische Erbe. Mit der geschickten Verheiratung seiner Kinder und Enkelkinder bereitete er die Erbfälle in Kastilien und Aragon (1504/1516) und Böhmen-Ungarn (1526) vor. Wenige Jahre nach Maximilians Tod herrschten die Habsburger über ein Weltreich, in dem die Sonne nicht unterging. Aber war der Aufstieg der Habsburger zur Weltgeltung wirklich ein Segen - oder nicht eher ein Fluch, sowohl für die Dynastie selbst als auch für die von ihr regierten Länder? Diese Frage wird selten gestellt, wenn es um die Geschichte des Hauses Habsburg im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert geht.Auffällig und frappierend sind die Parallelen zwischen Maximilian und seinem Enkel, Karl V., und seinem Urenkel, Philipp II. von Spanien. Die Geschichte dieser drei Herrscher ist eine Geschichte permanenter Überforderung und Überanstrengung, eine Geschichte titanischen Ringens und tragischen Scheiterns. Vieles, was sich an Maximilian beobachten lässt, kehrt bei Karl V. und Philipp II. wieder: Übersteigertes dynastisches Sendungsbewusstsein; der anachronistische Traum von der Universalmonarchie; die rücksichtslose Ausbeutung menschlicher und materieller Ressourcen im Dienste einer ehrgeizigen Großmachtpolitik. Unter Maximilian erfolgten Weichenstellungen, die den Habsburgern für mehrere Generationen Lasten aufbürdeten, wie sie selten ein Herrscherhaus schultern musste. Während sich Frankreich und England als Nationalstaaten konsolidierten, herrschte Karl V. über ein Konglomerat von Territorien, das kein Zentrum und keinen natürlichen Zusammenhang besaß. Als seine Kräfte nach jahrzehntelangem Kampf gegen Franzosen, Türken und Protestanten verbraucht waren, blieb Karl V. nur die Abdankung. Sein Sohn, Philipp II., trieb Spanien mehrfach in den Staatsbankrott. Die fatale Neigung, trotz unzureichender Ressourcen und widriger Umstände ambitionierte politische und militärische Ziele zu verfolgen, hatten Karl und Philipp mit Maximilian gemein. Alle drei waren Herrscher in einer Zeit, als konkurrierende dynastische Erbansprüche ganze Länder und Völker ins Unglück stürzen konnten. Wieviel Blut wurde vergossen, wieviel Geld wurde vergeudet in den Kriegen zwischen Habsburgern und Valois-Königen um das burgundische Erbe und das Herzogtum Mailand? Gewiss, es ist problematisch, Herrscher der Frühen Neuzeit mit unseren heutigen Maßstäben messen. Und dennoch wäre es gut gewesen, wenn Hollegger am Ende seines Buches eine kritischere Haltung zum Aufstieg der Habsburger eingenommen hätte.