Read Die Sonnenblume: Über die Möglichkeiten und Grenzen von Vergebung by Nicola Jungsberger Online

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ber den Autor und weitere MitwirkendeSimon Wiesenthal 1908 2005 , Architekt und Autor, berlebte mehrere Konzentrationslager und machte es sich zur Lebensaufgabe, Informationen ber NS T ter zu sammeln, sie aufzusp ren und vor Gericht zu bringen.Nicola Jungsberger, geb 1964, studierte angewandte Kunst in Paris, kreiert M bel und Objekte und arbeitet als Szenenbildnerin Zwei ihrer Gro onkel waren in Dachau inhaftiert, wollten aber nie dar ber sprechen Als sie 2008 Die Sonnenblume entdeckte, berzeugte sie Wiesenthals Tochter von ihrer Idee, dieses in Deutschland weitgehend unbekannte und lange vergriffene Buch neu herauszugeben....

Title : Die Sonnenblume: Über die Möglichkeiten und Grenzen von Vergebung
Author :
Rating :
ISBN : 3958900062
ISBN13 : 978-3958900066
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Europa Verlag Auflage 1 17 September 2015
Number of Pages : 367 Pages
File Size : 677 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Sonnenblume: Über die Möglichkeiten und Grenzen von Vergebung Reviews

  • Yvonne de Andrés
    2019-04-14 20:49

    Anlässlich des zehnten Todestages von Simon Wiesenthals, am 20. September 2015, wird seineErzählung 'Die Sonnenblume. Von Schuld und Vergebung' in erweiterter Neuauflage erscheinen. Simon Wiesenthal schildert darin, wie er als Häftling im Lager Lemberg ans Krankenbett eines sterbenden SS-Mannes gerufen wurde, der vor seinem Tode von einem Juden eine Art Absolution für seine begangenen Taten suchte. Wiesenthal beschreibt in dieser autobiographischen Darstellung, warum er dem Mann, der ihm im Todeskampf seine Verbrechen gestand, nicht vergeben konnte - er hatte nach seiner Anschauung nicht die Macht, ihm im Namen anderer zu verzeihen. Die Frage nach Schuld und Vergebung beschäftigte Simon Wiesenthal sehr intensiv und ließ ihn sein Leben lang nicht mehr los. Er musste oft an den jungen SS-Mann denken. Er schreibt: 'Er kehrt zu mir zurück, wenn ich eine Krankenschwester sehe, wenn ich einem Mann mit Kopfverband begegne. Oder wenn ich eine Sonnenblume sehe [...] Oft habe ich mir vorzustellen versucht, wie sich wohl jener junge SS-Mann ein Vierteljahrhundert danach als Angeklagter verhalten hätte. ['...] Wenn ich die aufsässigen Antworten und das höhnische Grinsen vieler Angeklagter sehe, dann kann ich mir nur schwer vorstellen, dass auch jener junge SS-Mann so reagiert hätte.'Simon Wiesenthal bat 1969 unterschiedlichen Persönlichkeiten, ihm auf die Fragen: 'Soll man, darf man einem Mörder, einem Täter vergeben? Wie soll man, kann man mit dem Geschehenen weiterleben?' ihre persönlichen Antworten mitzuteilen. Zusammen mit seiner Geschichte sind diese Antworten wie Samen einer Sonnenblume. Sie wachsen und verstreuen sich über die Welt. Das Buch wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und immer wieder neu herausgegeben. 1970 erschien die deutsche Erstausgabe. Lange war diese Ausgabe vergriffen. Nicola Jungsberger, die Herausgeberin der Neuauflage, konnte Wiesenthals Tochter davon überzeugen, das in Vergessenheit geratene wichtige Buch wieder neu herauszugeben. Für die Neuausgabe wurde das Buch mit Antworten auf Wiesenthals Frage von heute bedeutenden Persönlichkeiten ergänzt. 44 Antworten von Holocaust-Überlebenden, Angehörigen von Holocaust-Überlebenden, Friedensarbeitern, Täterforschern, Psychologen, Philosophen, buddhistischen, christlichen und muslimischen Geistlichen und Theologen, Richtern, Dokumentarfilmern und Schriftstellern hat Nicola Jungsberger für die neue Ausgabe zusammengetragen.Sie laden zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung ein. Aleida Assmann, Esther Benjarano, Tovia Ben-Chorin, Dalai Lama, Primo Levi, Herbert Marcuse, Klaus Martens, Eva Mozes Kor, Susan Neiman, Marcel Ophüls, Jalda Rebling, Dorothee Sölle, Desmond Tutu, Simone Veil oder Carl Zuckmayer sind nur einige der Personen die hier zu Wort kommen. Die ergänzenden Texte sind mit der jeweiligen Jahreszahl gekennzeichnet, so kann bei der Lektüre nachvollzogen werden, wann sie verfasst wurden.Jean Améry schrieb 1970: 'Es darf, was Sie und ich erlebt haben, nicht wieder geschehen, niemals und nirgendwo. Darum ['] verweigere ich mir jeder Versöhnlichkeit gegenüber Verbrechen'.Aleida Assmann stellt 2015 die These auf, 'dass in diesem Fall die beiden Seiten der Entschuldigung und der Vergebung zusammenfinden können, was jedoch keineswegs besagt, dass die einseitigen und asymmetrischen Formen der kollektiven Reue einerseits und die persönliche Vergebung andererseits deshalb wirkungslos wäre.' Und Sie führt weiter aus: 'Öffnung und Empathie haben in diesem Fall zu einem Willen zum Erinnern geführt, aber nicht unbedingt zur Versöhnung. ['] Die Opfer begannen allmählich zu reden und legten vermehrt Zeugnis ab, während die Täter ihre Verbrechen leugneten, kleinredeten und sich rechtfertigten. Die Frage der Versöhnung stellt sich deshalb erst in der zweiten Generation, die sich zur Aufgabe machte, diese Asymmetrie in ein Verhältnis der Gegenseitigkeit umzuformen.'Tovia Ben-Chorin schreibt in seinem Beitrag von 2015, dass er sich nach der Lektüre der englischen und hebräischen Ausgabe die Frage stellt: 'Was hättest du als Leserin oder Leser ' Jude wie Nichtjude ' in dieser Situation getan?' Er beantwortet die selbst gestellte Frage theologisch: ''dass kein Mensch die Sünden eines anderen Menschen zudecken kann. Die Autorität der Vergebung liegt bei unserem Schöpfer, der Mensch hat darum zu bitten. Nach jüdischer Auffassung gibt es auf der Welt keinen Stellvertreter Gottes, der das, was geschehen ist, vergeben kann.'Die gegebenen Antworten haben einen philosophischen, politischen, moralischen oder psychologischen Charakter. Die Geschichte und die Antworten fordern uns als Leserin und Leser heraus, Haltungen zu beziehen und in Frage zu stellen, uns mit den Beiträgen, mit den Möglichkeiten und Grenzen von Vergebung, auseinanderzusetzen. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, liest sich an dem Buch regelrecht fest. Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen der Verbrechen und die Unmenschlichkeit der Nazis. Seine Botschaft ist unmissverständlich. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Verbrechen sich nie wiederholen.

  • None
    2019-04-11 20:54

    Ein erschütterndes, bewegendes Buch! 2. Weltkrieg: Ein sterbender deutscher Soldat erbittet von einem Juden die Vergebung seiner Schuld. Was wird er tun? Ich will nicht zu viel verraten. Simon Wiesenthal beschreibt die Situation, in der sich die Hauptperson befindet, ganz genau und deutlich und obwohl das Thema an sich nicht "schön" ist, will man doch weiter lesen, denn es bewegt.Man fragt sich am Ende der Geschichte: Was hätte ich getan? Wie hätte ich in der Situation gehandelt? Und obwohl ich das Buch schon vor langer Zeit gelesen habe, wenn ich drüber nach denke,... ich weiß die Antwort immer noch nicht...Aber das macht das ganze trotz des tragischen Themas so faszinierend!

  • C. Weber
    2019-03-30 23:00

    Da ich das Buch verschenkt habe, ohne es zu lesen oder zu sehen, kann ich nur sagen, dass der Versand sehr gut funktioniert hat und die Beschenkte sich außerordentlich gefreut hat. War ein guter Kauf :)